Dr. Heidt und die Vegetarierwurst

(für libelle)

Ein Metzger bittet Dr. Heidt
um eine ganz spezielle Site.
Noch dieses Jahr soll ihm gelingen,
die Teewurst, völlig ohne Pelle,
als König der Geschäftsmodelle,
frisch auf den deutschen Tisch zu bringen.

Geschmacklich leicht in Richtung Leber,
so schwärmt der neue Auftraggeber,
sei das Produkt ein Hochgenuss.
Und da die Fertigung am Ende
im Grunde auch kein Fleisch verwende,
für Vegetarier ein Muss.

Heidt bittet höflich seinen Kunden,
in dessen Auftrag ein paar Stunden,
das Marktsegment zu eruieren.
Die Wurst, die fleischfrei, ohne Haut
auch Vegetarier erbaut,
will er zudem auch gern probieren.

Prompt liefert tags darauf die Post
in PVC geschweißte Kost,
die, reichlich mit Aspik bedeckt,
nach Öffnen herben Dunst verbreitet,
der zum Erbrechen mehr verleitet,
und keinesfalls nach Leber schmeckt.

Kaum von dem Schreck erholt, da tutet,
als hätte er es schon vermutet,
das Telefon. Man hört den Kunden:
„Noch mehr wird uns Gehör verliehen,
mit Wurst ganz ohne Kalorien!“
Man hätte sie nun neu erfunden.

Heidt muss sich, noch benebelt, sammeln,
beginnt dann von Aspik zu stammeln
von Brei im Mantel und er brüllt:
„Sie haben sie bereits entdeckt.
Die Wurst, die nach Enthaltung schmeckt
und damit gleichen Zweck erfüllt.“